Der Preis wird im Gedenken an den 2005 verstorbenen Journalisten Peter Boenisch (1927-2005) verliehen, der sich als Gründungsvorsitzender des Petersburger Dialogs mit viel Engagement für die Verständigung zwischen Russen und Deutschen, besonders für die junge Generation, eingesetzt hatte.
Seit dem Jahr 2006 zeichnet der Petersburger Dialog mit dem Peter-Boenisch-Gedächtnispreis jährlich Nachwuchsjournalisten aus Deutschland und Russland aus, die durch eine sachgerechte und lebensnahe Darstellung des Lebensalltags im jeweils anderen Land zum besseren Verständnis zwischen Deutschen und Russen beitragen. Mit einem Sonderpreis werden seit dem 11. Petersburger Dialog 2011 zusätzlich erfahrene und verdienstvolle Journalisten aus Deutschland und Russland im jährlichen Wechsel ausgezeichnet.

Preisträger 2012 von deutscher Seite

Oliver Bilger

Oliver Bilger hat sich den deutsch-russischen Beziehungen schon zu Studienzeiten verschrieben, die er auch in Moskau und Lwiw verbrachte. Seine soliden journalistischen Stationen bei der Moskauer Deutschen Zeitung, bei der Süddeutschen Zeitung und nun beim Handelsblatt gaben ihm Gelegenheit, das Thema in Berichten, Reportagen und Kommentaren vielfältig aufzuarbeiten. Er geht auf die Missstände in den deutsch-russischen Beziehungen direkt zu, ohne den Rahmen aus den Augen zu verlieren: „Grund zu resignieren, ist da nicht. Russland ist kompliziert, aber ein Partner. Ohne ihn kommt Deutschland nicht aus“, schreibt er und betont, dass die Abhängigkeit durchaus wechselseitig sei. Für seine offene, breite, kenntnisreiche journalistische Arbeit erhält Oliver Bilger den diesjährigen Peter-Boenisch-Gedächtnispreis.

Preisträgerin von russischer Seite

Ksenia Reutowa

Ksenia Reutowa beschäftigt sich schon einige Jahre lang mit der Erstellung journalistischer Materialien über verschiedene Aspekte des Kulturlebens in Deutschland und in Russland. Sie ist Sonderkorrespondentin der Internationalen Filmfestspiele Berlin, jährlich schreibt sie Berichte über die Berlinale für verschiedene russische Massenmedien. Seit 2011 ist sie freischaffende Kommentatorin des Online-Portals Germania-online.ru, Lektorin und Betreuerin des Kino-Projektes vom Goethe-Institut „Filmforum tour“, Betreuerin des Festivals des deutschen Films in St. Petersburg. Die von Ksenia Reutova erstellten Berichte und Reportagen sind kulturellen Fragen gewidmet und dabei vor allem der Geschichte und den Leistungen der deutschen Kultur. Ihre Berichte zeichnen sich durch ein hohes Niveau publizistischen Könnens und sehr gute Kenntnisse des deutschen Kulturlebens aus. Für ihre aktiven Bestrebungen, die russische Öffentlichkeit mit den neusten kulturellen Ereignissen in Deutschland bekannt zu machen, wird der diesjährige Peter-Boenisch-Gedächtnispreis an Ksenia Reutowa verliehen.

Träger des Sonderpreises des Peter-Boenisch-Gedächtnispreises 2012

Dr. Henning von Löwis of Menar hat sich zeit seines beruflichen Lebens um Außenpolitik gekümmert. In seinen Jahren als Publizist und Journalist hat er sich vor allem Russland und hier dem Baltikum und der Region um Kaliningrad – dem alten Königsberg – zugewandt. Dabei hat er es verstanden, den geschichtlichen Wandel Europas mit zukunftsbewussten und brückenschlagenden Reportagen über die Länder und ihre Menschen zu verbinden. Daraus entstand über zweieinhalb Jahrzehnte ein beeindruckendes exzellentes publizistisches Werk, das Türen und Herzen geöffnet hat. Deshalb erhält Dr. von Löwis den diesjährigen Sonderpreis des Peter-Boenisch-Gedächtnispreises.